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Kurzsichtigkeit und Smartphones Veröffentlicht am Dienstag, den 8. März 2016

Kurzsichtigkeit und Smartphones? „Was hat das eine mit dem anderen zu tun?" - werden Sie sich denken.

Doch aktuelle Untersuchungen belegen: Es gibt einen Zusammenhang zwischen der exzessiven Nutzung von Smartphone- und Computerdisplays und einer weltweit beobachteten Zunahme der Kurzsichtigkeit.

Schon 10% der Dreijährigen und 50% der Achtjährigen sind nach aktuellen Schätzungen für den deutschen Raum regelmäßig online.

Der Anteil der Kurzsichtigen an der Gesamtbevölkerung in Deutschland bewegt sich mittlerweile zwischen 35 und 40%. Professor Dr. med. Lagrèze von der Universitäts-Augenklinik Freiburg erklärt hierzu: „Die Gründe sind vermutlich veränderte Spiel- und Freizeitaktivitäten mit vermehrter Nutzung von Smartphones und iPads, verbunden mit intensivem Lernverhalten in Räumen, die wenig Tageslicht bieten."

Auch der hohe Blaulichtanteil des durch derartige Displays abgegebenen Lichtspektrums scheint hierbei eine Rolle zu spielen.

Diese Erkenntnis führt direkt zu erfolgversprechenden Gegenmaßnahmen: Eine Studie aus Taiwan zeigt, daß Schulkinder weniger häufig kurzsichtig werden, sobald sie ihre Pausen im Freien statt in geschlossenen Räumen verbringen.

Es wird ein Aufenthalt im Freien von mindestens 2 Stunden pro Tag bei Lichtstärken von mindestens 10.000 Lux empfohlen.

Ein weiterer Ansatz findet sich in einer Änderung des Nutzerverhaltens erläutert Professor Dr. med. Legrèze: „Die Nutzung erfordert eine Nahsicht und findet häufig in Innenräumen statt – zwei Faktoren, die Kurzsichtigkeit fördern können. Eltern sollten die Onlinenutzung ihrer Kinder deshalb kontrollieren und gegebenenfalls dosieren, indem sie Alternativen anbieten und ermöglichen."

Mehr Spielplatz, weniger Smartphone lautet die Devise - mit positiven Nebeneffekten: Das natürliche Spektrum des Tageslichtes hellt die Stimmung auf und Bewegung schützt vor Übergewicht.