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Sonnenstrom - einspeisen oder selbst nutzen? Veröffentlicht am Dienstag, den 18. Dezember 2012

Ist Ihnen das auch schon passiert? Sie haben es durch verschiedenste Maßnahmen mal wieder geschafft Ihren Stromverbrauch – gemessen in kWh – zu senken. Die Stromrechnung zu Jahresende aber ist – gemessen in Euro – schon wieder gestiegen?

Der Trend wird sich fortsetzen. Ausufernde Preise für fossile Energieträger, der durch die Energiewende erforderlich gewordene Ausbau der öffentlichen Netze und der durch die Politik erzwungene Emissionshandel für Kohlendioxid werden unsere Energiekosten weiter nach oben treiben.

Augenblicklich kostet die Kilowattstunde aus der Steckdose bereits 22 Cent und mehr. Sonnenenergie läßt sich für weniger als 18 Cent je Kilowattstunde herstellen – Tendenz fallend.

Die meisten Betreiber von Solaranlagen in Deutschland speisen ihren Strom vollständig ins öffentliche Netz ein und erhalten dafür eine über 20 Jahre hinweg garantierte Einspeisevergütung. Seit Bund und Länder sich Ende Juni dieses Jahres auf drastische Kürzungen der Solarförderung verständigt haben, haben jedoch Solaranlagen Ihre Attraktivität als Renditeobjekt auf Grundlage der Einspeisevergütung eingebüßt.

Die Fördersätze für Anlagen unter 10 Kilowatt Leistung wurden auf 19,50 Cent und für größere Anlagen bis 40 Kilowatt Leistung auf 18,50 Cent festgesetzt. Sie lagen damit bereits deutlich unterhalb der 22 Cent für den Strom vom Energieversorger. Dieses Verhältnis wird sich aufgrund eines beschlossenen Automatismus, der die Vergütungssätze in Abhängigkeit von der Anzahl der im Vorquartal ans Netz gegangenen Solaranlagen weiter absenkt, weiter verschlechtern.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache : Es lohnt sich zunehmend Strom aus dem hauseigenen Sonnenkraftwerk selbst zu verbrauchen. Aber wie?

Der einfachste Weg ist die Ersetzung des Bezugszählers für die Einspeisung durch einen Zweiwegezähler, der sowohl die bezogene als auch die eingespeiste Energie mißt. Ein weiterer Zähler zeigt den durch die Solaranlage erzeugten Strom an. Aus der Differenz von Einspeisemenge zu der produzierten Gesamtmenge an Solarstrom ergibt sich der Eigenverbrauch. Problematisch ist hierbei, daß die Energie aus der Sonne vor allem zu Tageszeiten zur Verfügung steht, zu denen Haushalte üblicherweise vergleichsweise wenig Strom brauchen. Es lassen sich daher mit einer solchen Lösung nur Eigenverbauchsquoten um die 15% erzielen.

Weiter verbessern läßt sich dieser Wert durch den Einsatz von Steuereinheiten, die einzelne Haushaltsgeräte gezielt dann anfahren, wenn Sonnenenergie im Überfluß vorhanden ist. Diese Systeme werden mittlerweile von verschiedenen Herstellern angeboten und versprechen eine Quote, um 30%.

Wer eine wirklich unabhängige Stromversorgung auf der Basis von Sonnenenergie will, kommt allerdings nicht ohne zusätzliche Batterien zur Zwischenspeicherung der Überschüsse aus.

Viele Solaranbieter drängen bereits mit Speichersystemen auf den Markt, wobei hier zwischen zwei grundverschiedene Technologien zu unterscheiden ist: Die bewährten Bleiakkus stehen für ausgereifte Technik bei vergleichsweise niedrigerem Preis, überstehen aber weniger Ladezyklen und haben daher eine geringere Lebenserwartung. Die aufgrund ihrer wesentlich größeren Lebenserwartung interessanten Lithium-Ionen-Akkus stehen noch am Anfang ihrer Entwicklung und sind daher noch relativ teuer.

Unabhängig von der zum Einsatz kommenden Technik kostet die gespeicherte Kilowattstunde Sonnenenergie derzeit noch etwa 40 Cent. Das ist – gemessen an wirtschftlichen Maßstäben – zu teuer um eine wirkliche Alternative zur Versorgung aus dem öffentlichen Netz zu sein.

Wir empfehlen bei der Anschaffung von Speichersystemen, die sich als zusätzliches Mosaiksteinchen in der Eigenversorgung auch leicht nachträglich einfügen lassen, noch ein wenig die weitere technische und preisliche Entwicklung abzuwarten.

Die Prognosen sind – je nach Blickwinkel – vielversprechend : Experten gehen von einer Halbierung der Speicherkosten innerhalb von 3 bis 5 Jahren aus. Im gleichen Zeitraum werden sich die Preise der Energieversorger weiter kontinuierlich nach oben bewegen.

Eines läßt sich mit Bestimmtheit sagen : Es wird zunehmend lukrativer, selbst in die Energieerzeugung einzusteigen und den produzierten Strom auch selbst zu verbrauchen.