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Zurück in die Zukunft – die LED-Filamentlampe Veröffentlicht am Dienstag, den 30. August 2016

Als eine EU-Verordnung 2009 neue Richtlinien in Bezug auf die Energieeffizienz von Leuchtmitteln erließ, wurde die gute alte Glühbirne über Nacht zum Auslaufmodell.

Zum neuen Leitbild wurde die Kompaktleuchtstoffröhre oder Energiesparlampe ausgerufen, deren Lichtqualität sich aber erheblich von Ihrem bewährten Vorgänger aber auch der alternativen Halogenlampe unterscheidet.

Das Sonnenlicht setzt sich aus allen Farbschattierungen zusammen, die ein Regenbogen für uns sichtbar macht. Seine Zusammensetzung verändert sich in Abhängigkeit von der Tageszeit. Während morgens und abends der Rot- und Purpuranteil des Lichtes höher ist, weist das Sonnenlicht um die Mittagszeit den größten Blauanteil auf.

Diese Veränderung hat großen Einfluß auf den menschlichen Organismus. Erhöhte Blauanteile im Umgebungslicht regen über Rezeptoren auf der menschlichen Netzhaut eine Verringerung oder Unterdrückung der Melatoninproduktion an. Dieses Hormon aber, sorgt für erholsamen Schlaf und fördert als Radikalenfänger körpereigene Reparaturmechanismen.

Die Wirkung von blauem Licht ähnelt damit der Wirkung von Koffein und beeinflußt unsere Erholung während der nächtlichen Ruhephasen negativ. Darüberhinaus soll ein übermäßig erhöhter Blauanteil des Umgebungslichtes zur Makuladegeneration – dem Absterben von Netzhautzellen – beitragen.

Das Licht der als Alternative zur Glühlampe angebotenen Leuchtmittel unterscheidet sich erheblich - vor allem in Bezug auf seine Blauanteile.Während das Spektrum von Glüh- und Halogenlampen - wie das Licht der Sonne – durchgängig alle Farben enthält, so finden sich im Licht von LEDs und ganz besonders von Energiesparlampen nur Teile der sichtbaren Farben.

Insbesondere das Spektrum von Energiesparlampen weist gegenüber allen anderen künstlichen Lichtquellen deutlich erhöhte Blau- und Violettanteile auf. Auch die energetisch sehr effizienten LED-Lampen schnitten bisher deutlich schlechter als Halogen- oder Glühlampen ab, wobei es hier zum Teil erhebliche Unterschiede gab.

Das könnte sich nun mit der LED-Filamentlampe ändern. Mit ihr scheint das Ziel, die extrem effiziente LED-Technik in puncto Leistungsfähigkeit und Lichtqualität auf das Niveau der Glühbirne zu heben, in greifbare Nähe gerückt.

Im Zentrum der Entwicklung standen hierbei sogenannte Retrofitlampen, die in allen Leuchten mit althergebrachten Normfassungen (E27, E14 usw.) eingesetzt werden können.

Eine LED-Fadenlampe erinnert dadurch optisch zunächst sehr an eines der klassischen Glühbirnenmodelle. Die Technik könnte jedoch unterschiedlicher nicht sein.

Anstelle eines Glühfadens tritt im Inneren ein Träger aus Glas, der mit einer Vielzahl kleinster Chipdiodenpaare besetzt ist und eine Fluoreszenzschicht auf Phosphorbasis, die für die gewünschten Lichteigenschaften sorgen soll.

Diese Technik ermöglicht je nach Hersteller und Produkt annähernd das Erreichen der photometrischen Parameter einer klassischen Glühbirne einschließlich des Abstrahlwinkels.

Das Lichtspektrum enthält nun ebenfalls weitgehend alle sichtbaren Farben des Sonnenlichtes und wird als angenehm empfunden.

Lichtausbeute und Lichtfarbe einer 6,5 W Filamentlampe sind mit 800 Lumen bzw. 2700 Kelvin einer Glühfadenlampe praktisch ebenbürtig.

Der sogenannte Colour Rendering Index (CRI), der die Farbwiedergabe beschreibt, erreicht bei der LED-Fadenlampe einen Wert von 80. Klassische Glühbirnen erzielen Werte von bis zu 100. Hier hat die klassische Glühbirne (noch) einen kleinen Vorsprung.

Verbesserungsbedarf gibt es je nach Hersteller und Produkt noch im Hinblick auf das Flimmerverhalten. Hier bestehen zum Teil noch erheblich Qualitätsunterschiede.

Beschrieben wird diese Eigenschaft durch den sog. Compact Flicker Degree (CFD). Ein Leuchtmittel kann dann als flimmerfrei betrachtet werden, wenn dieser Wert bei 1 oder darunter liegt. Ein Wert von 10, der beispielsweise auch von einer gedimmten Glühbirne erreicht wird, gilt demnach als flimmerarm. Werte, die diese Schwelle überschreiten sollten vermieden werden.

Eine recht gute Darstellung zu den Flimmerwerten verschiedener Hersteller und Produkte finden Sie unter: www.derlichtpeter.de/testergebnisse/ .

Insgesamt bringt die Filamentlampe die energiesparende Beleuchtungstechnik einen gewaltigen Schritt nach vorne und stellt je nach Einsatzzweck zunehmend eine echte Alternative zu Glüh- und Halogenlampen dar.

Ein besonders bestechender Aspekt ist hierbei die optische Nähe zur altehrwürdigen Glühbirne und die Möglichkeit dieses Leuchtmittel in bereits vorhandenen Leuchten mit Normfassungen einsetzen zu können. Die alte, aber liebgewonnene Leselampe im Wohnzimmer ist damit wieder reif für die Zukunft.